tierischer Ausflug zum goldenen Tempel


Frisch erholt starteten wir in den Tag! Auf dem heutigen Programmplan stand eine ordentliche Wanderung zur körperlichen Ertüchtigung (oder Ernüchterung, sollten wir abklappen). Ab vorbei am Supermarkt, beladen mit Melon Pan weiter zur U-Bahn, wobei die nächste etwa eine halbe Stunde zu Fuß entfernt ist, die wir nun jeden Tag nehmen müssen. Zack, im falschen Zug gewesen und erstmal zu weit gefahren. Geht das schon wieder los. Dieses mal den richtigen Zug gewählt, sind wir sogar deutschen begegnet! Die das selbe Ziel hatten wie wir: 嵐山 (Arashiyama).

Der Ort im Nordwesten Kyotos grenzt direkt an eine Bergkette und sollte sich daher gut zum Wandern eignen. Alex meinte, wir sollen eine Station eher aussteigen, da sich das vom Weg her besser machen würde. Also haben wir das deutsche Pärchen im Zug sitzen gelassen und sind ausgestiegen. Schließlich sind wir dann doch in Arashiyama angekommen. Zwar weit von den Bergen entfernt, aber egal. Wir haben auf dem Weg dahin noch ein paar Tempelanlagen mitgenommen. Und Dangos! Diese süßklebrige Masse verhindert, dass man ordentlich kauen kann, zu viel kann man davon auch nicht essen. Nein wirklich, versucht es mal.

 

 

Wir sind am Fluss den Berg entlang auf der Suche nach einem Weg auf den Berg. Keine Chance. Der einzige Weg, den wir nach oben gefunden hatten, war versperrt. Nicht durch ein Relaxo (die alten Pokemon-Fans verstehen schon), aber durch eine Wegsperre. Ein anderer Aufgang war nur zu einem Restaurant, welches schon Geld für ihre Aussicht verlangte. Geknickt sind wir zurückgekehrt und entdeckten noch vor der Brücke den Affenpark. Knauserig wie wir waren, überlegten wir zwei Mal, ob wir die 600 Yen investieren, nur um ein paar Affen zu sehen. Da wir jedoch nicht alle Tage dort vorbei kämen (schön wärs) und wir ohnehin ein bisschen wandern wollten, entschieden wir uns dazu, doch hochzusteigen. Vor dem Ticketschalter trafen wir die beiden Deutschen noch mal und wie Deutsche das eben machen, grüßten wir uns kurz und ignorierten uns anschließend erfolgreich. Der Aufstieg war trotz der vielen Tage, die wir schon gelaufen sind etwas anstrengend. Aber oben angekommen erwarteten uns viele frei umherlaufende Affen auf der Spitze des Berges. Große, kleine, fotogene und umtriebige haben wir gesehen. Wer jetzt denkt, ich rede über die Affen: auch. Die Horde an Touristen meine ich aber ebenfalls. Zwei Meter Abstand und kein Augenkontakt mit den Affen war geboten.

Auch wenn ich mich streng an die Regeln gehalten habe, einige hat das nicht so sehr interessiert und haben sich möglichst nah mit den Tieren ablichten lassen. Es gab zudem ein Haus, welches einerseits als Museum diente und Infotafeln zu den Affen, ihrer Herkunft und Anatomie bereit stellte. Zum anderen diente sie als Merchandizeladen und Ort, um die Tiere hautnah zu füttern. Natürlich mit Sicherungsgitter zwischen den brutalen Tieren und den Affen. Als ich einem Affen etwas zu essen gab, kam gleich ein anderer von oben angesprungen und verdränge das Äffchen. Nicht nur wir waren erschrocken, auch die Affengruppe selbst machte ein sehr überraschtes Gesicht OOOOOH! 😯 WTF? Wir haben weiter oben auch andere Tiere gesehen, die gerade mit gegenseitiger Fellpflege beschäftigt waren, oder sich einfach nur sonnten. Auf dem Weg zurück versuchte ich Weg einzusparen und nahm die Kinderrutsche nach unten. Diese war aber nicht durchgängig gleich breit, sodass ich in der Mitte des Weges stecken blieb und mir das Becken quetschte. Mit schmerzendem Hintern endlich ganz unten angekommen (im wörtlichen Sinne) haben wir auch gleich ein paar Geocaches mitgenommen. Schade, dass uns das nicht schon früher eingefallen war.

 

Was tut man nun also mit dem angefangenen Tag, wenn man geplant hat zu wandern aber es dazu keine Möglichkeit gibt? Das naheliegenste: Man fährt mit einer hübschen kleinen Bimmelbahn. Nun bot es sich an, direkt den international berühmten goldenen Tempel, dem so genannten 金閣寺 (kinkaku-ji) zu besuchen.

Die Schlange an Menschen war schier endlos, aber hat man sich erstmal an den chinesischen Reisegruppen mit ihren Fahnenträgern vorbeigedrückt, ging es recht schnell. Nach dem Besuch des Tempels, den man nur von außen besichtigen konnten haben wir nach kurzer Zeit auch ein riesiges 大 (dai) aus Steinen geformt auf einem Hügel entdeckt. Diesen Anblick kennen einige nachts hell mit Feuer erleuchtet auch außerhalb Japans. Das Zeichen selbst bedeutet „groß“. Nachdem wir bei einem schönen Schrein in der Nähe noch auf den Einbruch der Nacht warteten, fuhren wir zu unserer Unterkunft zurück. Hier gestaltete sich nun die Suche nach Essen schwierig, da die Restaurants alle eher weiter weg waren. Was wir an dem Abend aßen, wird nicht überliefert (habs vergessen, ごめん!).

またあした!

ロジャー

 

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