Schottland Tag 6: launige Mutter Natur


Die Nacht war eher unangenehm, da es zeitweise regnete, stürmte und ab und zu auch Zeus‘ boshaftes Grollen zu hören war. Der Tag fing nebelig an und die Stimmung war entsprechend dem Wetter gedrückt. Mit teilweise feuchter Kleidung und Equipment traten wir unsere nächste Etappe um 9:00 Uhr nach Drumnadrochit an. Der weitere Weg nach oben war beschwerlich durch das zusätzliche Gewicht der klammen Sachen und dem wenigen Frühstück, was uns zur Verfügung stand. Oben angekommen lichtete sich der Nebel jedoch schnell und es wurde ein schöner, sonniger Tag bei etwa 11 °C.

Bildung ist wichtig! Daher haben wir unser Möglichstes gegeben, unser Hirn fit zu halten und uns weiterzubilden. Auf dem Great Glen Way stehen öfters solche Infotafeln, die verschiedene natürliche Gegebenheiten erklären. Diese Tafel zeigte beispielsweise wie die Glens entstanden. Gletscherbildung

Der weitere Weg zeichnete sich durch reine Lauferei ohne interessante Orte aus. Gegen 11:30 trafen wir dann auf eine große Wiese, welche aufgrund der warmen Sonne einen idealen Ort bot unser nasses Equipment zu trocken. Equipmenttrockung Dort verzehrten wir auch gleich unsere mittägliche Portion Nudeln. Dank des schönen Wetters und der geräumigen Fläche haben wir gleich länger Pause als gewöhnlich gemacht und neue Energie getankt.dsc_0946 Eine sehr freundliche Familie ist uns dort begegnet, auch sie waren aufgrund des sehr schönen Wetters dort aufgetaucht. Da wir den Platz jedoch bereits annektiert hatten, zogen sie nach kurzer Zeit wieder ab.

Gegen 15:00 erreichten wir dann Drumnadrochit. Ein Blick auf die Karte verriet uns, dass wir auf der letzten uns vorstehenden Etappe keine geeigneten Schlafmöglichkeiten finden würden. Der letzte Weg war steil, bewaldet und gepflasterst mit engen Wegen. Daher entschieden wir uns, eine ideale Stelle für unser Zelt innerhalb der Stadt zu finden. Dazu sind wir etwa drei Mal durch die ganze Stadt gelaufen. Eine Schafweide im privaten Besitz stellte sich als verlockend vor, jedoch fanden wir keine Ansprechperson, um die Wiese nutzen zu dürfen. Ein Reiterhof bot uns zu unverschämten Preisen die Benutzung ihrer Wiesen an. Abgelegen an einer alten Bruchbude, die als Lagerhalle missbraucht wurde, einem Wohnwagen und einer steinigen, jedoch glatten Fläche konnten wir aufgrund der Besucherzahl auch nicht übernachten. Und so kam es, dass wir extrem genervt durch die Stadt gezogen sind, knapp vor dem Sonnenuntergang und wollten schon direkt neben einer leicht bewaldeten Kirche übernachten. Die ‚Vernunft‘ siegte jedoch und so liefen wir weiter stadtauswärts (natürlich in eine komplett andere Richtung) und liefen eine Erhöhung hoch, vorbei an einem Wasserfall, bis wir in der Dunkelheit gegen 19:30 Uhr eine kleine Lücke im Wald direkt neben der Straße fanden, in dem wir dann unser Zelt aufschlugen und es möglichst gut versteckten. Wildcampen direkt innerhalb der Stadt ist eigentlich nicht erlaubt. Da wir jedoch extrem genervt waren, konnten wir auch trotz einiger Autos und Fußgängern bei 6°C Außentemperatur einschlafen, ohne bemerkt zu werden.

Der Tag zeichnete sich durch scheinbar endloses Gelatsche aus, trotz dass wir an dem Tag nicht weit gekommen waren. Die vier Stunden Unterkunftssuche zerrten ebenfalls stark an unseren Nerven.

 

Tagesfazit:
Gelaufene Meilen: 9,7
Komplettierte Strecke (in Meilen): 56
Anderen Wanderern begegnet: 0

Es folgt die letzte Etappe!
Roger

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