Schottland Tag 5: Wie hoch geht das denn noch?


Nach dem ausgiebigen Frühstück, was wie immer aus Äpfeln und Müsliriegeln bestand, ging‘s 8.45 Uhr bei Meile 34,5 weiter. War das Wetter der letzten Tage noch recht sonnig mit vereinzelten dunklen Wölkchen am Himmel, schien dies am 5. Tag nicht mehr der Fall zu sein. Unsere Wegbegleiter waren zumeist dicke fette Wolken, die gelegentlich auch ein wenig Regen verloren. Stören tat uns dies jedoch kaum. Immerhin waren wir wettertechnisch gut ausgerüstet. In Schottland sind Dauerregen und Nebel ja durchaus nichts Neues.
dsc_0761Mit unseren stylischen Regenponchos ließen wir uns die gute Laune nicht nehmen. Unser erstes Ziel für diesen Tag war Invermoriston. Zuvor führte uns der Weg hoch auf den Druim na Garbh Leachtrach. Auf einer Höhe von etwa 300 Fuß (= ca. 91 Meter) genossen wir den Ausblick auf Loch Ness. Allerdings versperrte uns der dichte Nebel ab und an die wunderschöne Aussicht auf den zweitgrößten See Schottlands. Andere Wanderer sind uns nicht begegnet. Die haben mit Sicherheit beschlossen, an solch einem verregneten Tag lieber im Hostel oder im Zelt zu bleiben.
Nach 2 Stunden Wanderung erreichten wir bei 7 °C um 11.45 Uhr Invermoriston. Ein kleines beschauliches Dörfchen, was vor allem durch die Telford’s Bridge bekannt ist, durch welche der Fluss Moriston fließt. Ein Foto zum Andenken musste da natürlich sein =)
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Neben einem kleinen (in Deutschland würden wir „Tante Emma-Laden“ sagen) Geschäft gab es vor Ort auch ein leckeres Café. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, dort unser Mittagessen zu uns zu nehmen, war doch das Frühstück nicht wirklich nahrhaft und lange voranhaltend. Ein Blick auf unsere Karte verriet uns, dass vor uns jede Menge steile Aufstiege warteten. Also musste ein deftiges Mittagessen her! Lustigerweise wussten wir nach dem Verspeisen des Essens nicht, wie man es in Schottland mit dem Trinkgeld so handhabt. In Japan wussten wir, dass man dort kein Trinkgeld möchte. Hinterließ man dort dennoch welches, konnte man damit rechnen, dass die japanischen Gastwirte/-besitzer ihren Gästen beim Verlassen des Restaurants hinterher liefen, um ihnen dann das Trinkgeld wieder zurück zugeben. Kaum vorstellbar, dass dies in einem anderen Land auch der Fall ist. Beim Bezahlen merkte die Wirtin, die im Übrigen sehr freundlich war und alle unsere Fragen beantwortete, dass wir ein wenig ins Stocken gerieten. Wir hinterließen ihr 1 Pfund. Im Nachhinein betrachtet war diese Höhe wirklich peinlich, aber sie bedankte sich mit einem Lächeln. Schnell aus dem Café flüchten, bevor die anderen Gäste uns schuldbewusst hinterher schauen konnten XDdsc_0901 So verließen wir das kleine Dörfchen Invermoriston und stellten uns der vielen Höhenmeter, die da auf uns zukamen. Pausen im 10 Minutentakt waren keine Seltenheit. Bei bis zu 500 Fuß (=ca. 152 Meter) erstrahlte erneut der Loch Ness in seiner ganzen Pracht. Gelegentlich schaffte es die Sonne sogar mal, sich für 5 Minuten zu zeigen, bevor sie dann wieder von dicken Regenwolken verdrängt wurde.

Der Weg führte zumeist durch den Wald. Zwischen Meile 43 und 44 machten wir Rast bei einem Stone Cave. Vor unserer Abreise aus Deutschland hatten Roger und ich uns bezüglich gelegter GPS-Punkte in Schottland informiert. Es handelt sich dabei um eine Art Schnitzeljagd für Jung und Alt, namens Geocaching. Genau dort an diesem Stone Cave hatte sich solch ein Geocache versteckt. Nach einer kurzen Suche konnte der Schatz erfolgreich von Roger geborgen werden. Nach diesem kleinen Intermezzo ging’s immer weiter durch den Wald bis zur Meile 46. Ein kleiner beschaulicher Platz lud uns förmlich dazu ein, dort unser Zelt aufzuschlagen.

dsc_0907Da unsere Sachen und unser Zelt dank des starken Regens ziemlich durchnässt waren, nutzen wir den Platz, um alles auszubreiten und zu trocknen. Sonderlich erfolgreich war die Trocknung aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 8° Grad allerdings nicht. Gegen 19.30 Uhr begann für uns die Nachtruhe, lag uns der hohe Anstieg doch spürbar in den Knochen.

Tagesfazit:
Gelaufene Meilen: 12
Komplettierte Strecke (in Meilen): 46,3
Anderen Wanderern begegnet: 0


Was folgt, ist Tag 6 ^^
Alex

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