Schottland Tag 3: …und weiter geht die Reise


Dank unserer, inzwischen chronisch gewordenen Übermüdung konnten wir diese Nacht besser schlafen, als die letzte. Was ein weicher und vor allem gerader Untergrund so alles ausmachen kann. Der neue Tag begrüßte uns auch gleich mit strahlendem Sonnenschein. dsc_0758dsc_0733Nach einem reichhaltigen Frühstück, bestehend aus Müsli-Riegeln starten wir bei 7 °Grad gestärkt und voll motiviert.

 

Die erste Zeit führte uns der Great Glen Way quer durch den Wald. Sehr idyllisch und ruhig, auch wenn man gelegentlich die Autos von weitem vorbeifahren hörte. Immer entlang des Loch Lochy legten wir Meile um Meile zurück. Da unser Vorrat an Wasser immer kleiner wurde, versuchten wir zum ersten Mal das Wasser aus einer Bergquelle zu trinken. Was uns sofort auffiel war die besondere Qualität des Wassers. Sehr klar und auch sehr genießbar (und das wichtigste: kostenlos). Als wir den Wald hinter uns gelassen hatten, eröffnete sich uns der Blick auf riesige Bergweiden.

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dsc_0759Immer mehr Schafe leisteten uns Gesellschaft. Nachdem wir die Kilfinnan Farm mit ihren zahlreichen tierischen Mitbewohnern hinter uns ließen, kamen wir gegen 15.00Uhr in Laggan Locks  (Meile 22,5) an. Mit dieser kleinen „Ortschaft“, bestehend aus einem Pub auf einem Boot und einer kleinen Schleuse, endete auch der Loch Lochy. Der Weg führte wie am zweiten Tag nun wieder entlang des Caledonian Canal. Vereinzelt verirrten sich nun endlich auch mal andere Wanderer, immer mit einem Lächeln auf den Lippen und freundlichen Worten, auf unseren Weg. Falls es noch nicht deutlich geworden ist, diese Freundlichkeit der Leute dort hat mich wirklich sehr beeindruckt und wird sich wohl auch ewig in meinem Gehirn festbrennen ^o^

Während einer von vielen kleinen Pausen, entdeckten wir auf unserer Karte, dass sich ganz in der Nähe ein Hostel befindet. Wir überlegten nicht lange und beschlossen, die nächste Nacht dort unterzukommen. Unser Zelt war von der letzten Nacht durchgeweicht, wir hatten Sehnsucht nach einem warmen Bett und vor allem auch nach einer warmen Dusche. Es war gerade einmal Tag 3 unserer Wanderreise und schon jetzt hatten wir keine Lust mehr auf unser Zelt. Jaja, mit Ruhm und Ehre können wir uns wahrlich nicht bekleckern, aber diese wunderbare Möglichkeit mussten wir einfach nutzen. Kurz vorm „Great Glen Hostel“ (Meile 23,5) machten wir unser obligatorisches Mittagessen, natürlich bestehend aus Nudeln.

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Um 17.00Uhr am Hostel angekommen, trockneten wir zuerst unser Zelt, planten die nächsten Tage und gönnten uns dann endlich eine heiße Dusche. Es war ein wunderbares Gefühl, endlich mal wieder ein bisschen Reinheit auf der Haut zu spüren. Erst in solchen Momenten lernt man so viele Sachen zu schätzen. Ein Dach über dem Kopf, eine warme Dusche und eine weiche Bettdecke…hach…Ansonsten war das Hostel wirklich wunderbar eingerichtet. Uns standen mehrere Bäder mit zahlreichen Duschen, eine Küche und ein Essensraum mit bequemer Couch zur freien Verfügung. Wir ließen es uns auch nicht nehmen, am Abend im britischen TV zu zappen. Immerhin muss man doch mal die Sendervielfalt von Schottland kennenlernen. Gegen 20.30Uhr gingen wir zu Bett, begleitet von laut schreienden Kindern, die durch die Flure rannten. Mit dem Gedanken, dass solch eine bequeme Nacht wohl für längere Zeit nicht mehr wiederkommt, schliefen wir ein.

Tagesfazit:
Gelaufene Meilen: 11

Komplettierte Strecke (in Meilen): 23,5
Anderen Wanderern begegnet: ca. 4-5

Mehr von mir gibts zum 5.Tag 😉
Alex

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