One Day in Akiba


Der erste Morgen in Tokyo. Was gäbe es besseres als direkt zu DEM Kultviertel zu fahren? Genau, nichts. Deswegen ging es direkt (nach dem Ausschlafen) ab nach Akihabara. Was eher nach einem arabischen Namen klingt ist der Stadtteil in Tokyo, bei dem es von Games, Manga, Anime und Elektronik nur so wimmelt. Um dahin zu kommen, haben wir das super ausgebaute U-Bahn Netz von Tokyo genutzt. Da wir bereits eine IC Card (eine Art Prepaid kontaktlose Bezahlkarte) hatten, ging das ein- und aussteigen an den Bahnhöfen deutlich schneller. Das städtische Bahnsystem in Japan ist immer so aufgebaut, dass die einzelnen Linien einen eigenen Buchstaben und eine eigene Farbe erhalten. Die Haltepunkte je Bahn sind durchnummeriert, sodass man anhand des Buchstabens und der Zahl immer eine Haltestelle identifizieren kann.

Akihabara lag unter unseren Füßen. Im wahrsten Sinne, denn die Haltestelle war erhöht gebaut. Erschlagen von der Reklame und der vielen Menschen haben wir uns ins erste Sega-Gamingcenter verdrückt.

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Als Auftakt konnten wir zwei Lieder bei Taiko No Tatsujin spielen. Die vielen anderen Spielautomaten aneinandergereiht zu sehen weckte Lust auf mehr.

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Da in Akiba aber gefühlt jedes zweite Haus ein Game Center ist, verschoben wir weitere Spiele auf später. Eine Straße abzuklappern kann schonmal über zwei Stunden dauern, wenn man jeden Laden in den 5-8 stöckigen Gebäuden mitnimmt. Ich habe die Shoppingzeit für Männer angegeben. Nerdfrauen brauchen mit Sicherheit einen Tag 😉

Nachdem wir dann mit mehreren Tüten unsere erste Shoppingtour beendet hatten wurde es Zeit für etwas Nahrung. Anstelle der üblichen Restaurants ziehte es mich zu etwas typisch akihabarischem: ein Maid Café! Alex hat sich für die Dauer schön aus dem Staub gemacht und ich musste alleine in die Höhle des Löwen. Oben (5 Stock ohne Fenster) erwartete mich ein grausiger Anblick: eine chinesische Gruppe mit Tierohren auf dem Schädel. Ich wurde von einer Maid platziert und mir wurden die Regeln erklärt. 500 ¥ Eintritt, eine Order pro Stunde Pflicht und Tierohren gibts gratis dazu! Diese erhielt ich direkt nach Zustimmung der Regeln auf mein Haupt platziert und ich musste „Kawaii“ (süße) Laute von mir geben. „MOE MOE!!“ (Happy). Das Reisomelette kam etwa 35 Minuten später, währenddessen kamen noch zwei ausländische Päärchen hinein und waren genauso peinlich geschockt wie ich. Das Essen war sehr lecker und eine viel zu stark geschminkte Maid hat es mit Ketchup noch individuell für mich bemalt.

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Vermutlich kommen die schönen Maids erst zum Abend raus, wenn die perversen Geschäftsleute Feierabend haben. Als ich mit dem wohltuenden Gericht fertig war gab es sogar eine Liveperformance von einer Maid. Da solche Etablissements dem Entertainment dienen, muss auch selbst kräftig mitgefeiert werden. Die Maids lassen keine ruhige Minute zu. Leichte Tanzbewegungen im Stehen bis hin zum um die Bühne rennen war alles gefordert. Nun musste ich aber los, um Alex nicht warten zu lassen. Zum Abschied gab es einen neuen ordentlich verpackten Satz Bärchenohren und ein Foto mit der Maid die mich bediente.

Wieder draußen und von der Sonne geblendet kam ein Mönch auf mich zu, der mir ein ovales, goldenes Talisman in die Hand drückte und mich bat, meinen Namen, Nationalität und Wunsch in sein kleines Büchlein zu schreiben. Und Geld zu spenden. 1000¥ genügten meint er. Ungläubig und verdutzt stammelte ich Sumimasen und gab ihm seine Marke zurück. Mit einem verachteten Gesichtsausdruck, als würde ich aus stinkender Scheiße bestehen ging er von dannen. Lasst euch von solchen Leuten nicht übers Ohr hauen, der Mann hat explizit Ausländer angesprochen um sie abzukassieren. Echte buddhistische Mönchen bitten nicht aktiv um Geld und stehen meist mit einem spitzen Strohhut am Wegrand. Mehr zu einem echten Mönch einige Tage (und Beiträge) später.

Total schockiert von der Aktion fand mich Alex und ich musste erstmal weiter Nerdkram einkaufen, um mich wieder zu beruhigen. Später am Abend zurück in der Unterkunft musste ich meine Rucksäcke und meinen Koffer neu packen, damit auch alle Souvenirs rein passten. Die Dusche war klasse.

またね、ロチャー

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