Letzter Tag: Omiyage Taimu!!


Dieses verdammte ÖPNV-Netz! Schon knapp 2 Wochen in Kyoto und dennoch nehmen wir den Bus in die falsche Richtung. Es ist zwar der letzte Tag und wir haben eigentlich keinen Zeitdruck, aber dennoch möchten wir noch ein letztes Mal was erleben.

Scheinbar war unser Verlangen nach Abenteuer zu groß, denn kaum wollten wir in die Bahn einsteigen, erhielten wir eine Erdbebenwarnung aufs Handy. Yikes! Die Warnung schien allerdings zu spät zu kommen, kaum waren wir aus der Bahn ausgestiegen, bekamen wir die Info, dass es bereits zu unserer Busfahrt passiert ist und wir rein gar nichts davon mitbekommen haben. Erster Auftrag unseres finalen Tages: Süßes kaufen! Ich kaufte massig Ramune Bonbons und Matcha Kitkat, die ich mir für daheim gesichert habe. Natürlich durfte auch Melon Pan nicht fehlen, welches aber nicht lange fern unserer Mägen blieb.

Als wir alles mögliche in dem Untergrundkaufhaus einpackten, gingen wir weiter in einen Kyotoer Stadtteil (Shinkyogoku), der Klein-Akihabara ähnelte. Jede Menge Manga und Anime Merchandize sowie andere ungewöhnliche Läden. Ich kaufte ein paar High-Tech Sticker, die gegen Regen und UV-Strahlung geschützt sein sollen. Der ganze Laden sah auch echt fancy aus.

Hier gab es allerlei Sticker, viele von Super Mario, auch von generischen Motiven. Japanische Spruchsticker gab es auch zu hauf und ich musste mich tierisch zusammenreißen, nicht den ganzen Laden mit meinem Gelächter zu beschallen. Weiter ging es in einen sehr verwinkelten Manga-Laden, da Alex eine Shōnen-Jump von ihrem Jahrgang suchte. War ne geile Idee, leider wurden wir nicht fündig, trotz einer Stunde suchen. In einem anderen kleinen Laden mit interessanten Schlüsselanhängern, kaufte ich ein Dreierset als Omiyage (Souvenir). Der wie ein Punk aussehende Verkäufer verabschiedete mich mit den Worten „Auf Wiedersehen“. Wait, what? Hat der tatsächlich gerade mit mir deutsch gesprochen, oder bin ich nun endlich so lange in Japan, dass ich alles ganz normal verstehe? Nein, tatsächlich hat er deutsch geredet. Ich beglückwünschte ihn und machte die Japaner nach mit ihrem „Jōzu“. Als ich raus ging, sagte Alex gleich ich soll ihn weiter ausfragen, woher er deutsch kann, aber mir war nicht danach. Wir kamen auch an einem Second-Hand Laden für Manga-Figuren vorbei. Erinnert ihr euch an die Statue von Law aus One Piece, die in Tokyo etwa 7500 Yen (fast 72 Euro) kostete? Hier gab sie es neu für umgerechnet 35 Euro!! Gebraucht wäre sie nur 26 € teuer gewesen, allerdings wollte ich als Mitbringsel was neues, was Spaß beim Auspacken mit sich bringt. Der Cousine meiner Freundin würde die Figur als riesiger Law-Fan sicher gut gefallen. Mit einem kurzen Anruf in die Heimat (bei denen es gerade Frühstückszeit war) sprach ich mein Vorhaben mit meiner Freundin ab. Sie würde sich inkognito erkundigen, ob es von Interesse wäre. Für uns ging es erst mal Mittag essen. Wir kamen an einer Vitrine mit Eis und Omuraisu (Omelett mit Reis) vorbei und wussten direkt was unser Mittagessen sei würde. Oishiiiiii!

Direkt beim Mittagessen meldete sich meine Freundin wieder, die Aktion „Lawmiyage“ stand fest! Wir bezahlten betsu betsu (getrennt) und gingen noch einmal zurück zum Second-Hand Manga Figure Shop. Boah, echt knapp. Eine halbe Stunde später hätte der Laden zu gemacht, so kam ich aber noch zu einem coolen Geschenk. Wir haben den ganzen Stadtteil abgeklappert und kehrten in unsere Unterkunft zurück. Hier überreichten wir noch unser Abschiedsgeschenk an unsere Gasteltern (eine Spezialität der Region, da sie Süßes nicht mögen) und Alex fertigte noch eine Abschiedskarte an. Tja, das war es dann. Morgen geht es heim. Meistens ist es ja so, dass man die Heimkehr in ein paar Zeilen erschlagen kann, aber Alex und ich haben an diesem Tag tatsächlich noch einiges machen können. 最後まで聞け! Hört bis zum Ende zu! 😀

 

じゃあ、明日ドイツに帰ります。:-(

ロジャー

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