Der pure Hass


Naaaargh!! Hass!!!

Aber ich will nicht spoilern, der Tag begann mit einer sehr relaxten fünfstündigen Busfahrt von Niigata nach Tokyo. Wir haben etwa aller ein bis zwei Stunden an Rastplätzen angehalten um uns zu entleeren und die vielen regionalen おみやげ zu bestaunen. Als wir am Ende der Reise im Tokyoter Stadtteil Shinjuku ankamen, wurden wir von den Menschenmassen quasi zerquetscht. Die sperrigen Gepäckstücke machten es nicht besser. Schließlich konnten wir unser erstes Ziel in Angriff nehmen: das 8-bit Café, in dem es von 80er Jahre Konsolenspielen nur so wimmeln soll. Wäre da nicht die Öffnungszeit von 18 Uhr gewesen. Um die eine Stunden zu überbrücken, wollen wir was leckeres Essen gehen. Da wir uns aber nicht entscheiden konnten und fünf mal im Kreis gerannt sind, haben wir uns schließlich in einem Gyoza-Restaurant niedergelassen, das von Chinesen geführt wurde. Das Essen war extrem viel und lecker. Die Zeit war rum und wir sind durch einen sehr engen Aufgang vorbei am Sexshop nach oben zum 8-bit Shop gegangen. Oben erwartete uns ein androgyner Geschäftsführer (wir wissen bis heute nicht ob Mann oder Frau), der erst merkwürdig guckte als Alex fragte, ob wir nur gucken dürfen. Schließlich stimmte er zu und wir schauten uns etwa 15 Minuten mit vollem Gepäck um. Es wurden sehr viele alte Figuren und Spiele gezeigt. Spielen selbst konnte man aber nur 2 Arcadespiele am Tisch. Da es nicht unseren Erwartungen entsprach sind wir wieder gegangen. Bei Abschied hat der Geschäftsführer ein halbes Gedicht vorgetragen. Alex sagte mir später dass er (oder sie?) unser Verhalten sehr unhöflich fand und wir uns hüten sollen, uns so in anderen Läden zu verhalten.

Frustriert fuhren wir zu unserer Unterkunft und wussten glücklicherweise den Türcode. Der nicht funktionierte. Ein asiatischer Mensch öffnete uns die Tür und Alex sagte ihm auf Englisch, dass wir hier ein Zimmer gemietet hatten. Nach der Nennung der Raumnummer sagte er dann „Ah dann seid ihr also im Dormitory? Ich bin dort auch.“ Keine Privatsphäre zu erwarten. Trotz der Enge im 4-Bett Dormitory und des spartanischen Aussehens des Ankunftsbereichs überraschte die Unterkunft mit einer großen Ausstattung in sehr gutem Zustand. Anders als der dorm room waren die anderen Zimmer Privatzimmer, welche mit einem eigenen Türcode ausgestattet waren und sogar mut Tatmimatten eingerichtet waren. Übrigens: es stellte sich beim Türcode heraus, dass das unter der 9 keine 8 sondern ein B war und ich den Code nur falsch eingegeben hatte. Später am Abend gesellten sich noch zwei Chinesen zu uns ins Dorm.

Als letzte Etappe des Abends stand uns der Besuch des Tokyo Sky Tree bevor. Da wir erst so spät da waren mussten wir nicht einmal warten. Mit 10 m/s düsten wir bis zur hohen Aussichtsplattform des Turms. Der nächtliche Anblick von Tokyo, wie die Stadt sich soweit das Auge reichte erstreckte war schon beachtlich.
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Der Turm bietet ebenfalls ein Sichtfenster direkt nach unten, auf das man sich stellen kann. Alle Japaner haben sich ängstlich an die Seite des Fensters begeben während wir plumpe Ausländer direkt darauf gelaufen und gesprungen sind und uns sogar drauf legten.
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Omiyage fehlten natürlich auch nicht. Außerdem habe ich ein paar coole Ansichtskarten gekauft, die aber nur die Empfänger zu Gesicht bekommen. Auf unserem Rückweg zum Dorm sind wir zwielichtigen Gestalten begegnet. Alles an denen schrie förmlich Yakuza, aber glücklicherweise sind sie uns nicht über die Straße gefolgt. Die erste Nacht im Dorm war recht entspannt (anders als die restlichen Nächte), wenn auch die Betten recht kurz waren.

じゃあね、ロジャー

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