Der erste Tag 4


Wir wohnen in einem sehr schönen, großen Haus im japanischen Stil. Da hier gefühlte 41 °C dank der Luftfeuchtigkeit ist, haben wir ständig Durchzug in den Schlafräumen. Blöderweise weht kaum ein Wind und wir wurden frühs überrascht, worauf uns keiner vorbereitet hat. Nein, ich meine nicht die Mücken, die mich inzwischen wie ein Streuselkuchen aussehen lassen. Sondern diese blöden, riesigen (ca. 7 cm großen) Käfer, die schon allein einen Heidenkrachen machen können (überdecken sogar den Stadtverkehrlärm, wenn man mittags durch die Stadt durchläuft). Sobald es hell wird, also gegen 6 Uhr früh, fängt ihr Konzert an und der Schlaf ist dahin. Man hat so das Gefühl, dass die die natürliche Uhr in Fukuoka sind und sich der Tagesablauf nach ihnen richtet. Sollte jemand wissen, wie diese blöden Käfer heißen, schreibt es bitte in die Kommentare. Als Hinweis: Haben Flügel, Facettenaugen und ein Mund wie Hannibal Lector mit seiner Maske. Sehr gewöhnungsbedürftig ist auch, dass das Leitungswasser hier gechlort ist. Alex hatte heute etwas davon getrunken, und noch liegt sie nicht schreiend am Boden. Soweit alles in Ordnung.

Das Frühstück ist wirklich super. Immer frische Melonenstücke oder andere frische Sachen dabei, dazu Weißbrot oder andere Leckereien. Heute zum Beispiel gabs für jeden 3 kleine Kartoffeln, mit Käse überbacken und in würziger Soße dazu. Außerdem einen kleinen Salat und ein Milchbrötchen. Reicht normalerweise sogar für den ganzen Tag. Wir haben die letzten Tage nicht allzuviel gefuttert, jedenfalls höchstens die Hälfte als es in Deutschland der Fall wäre. Ganz recht, die Deutschen sind das zweit fetteste Volk der Erde. Naja bisher hatten wir abends schon Ramen, McDonalds, und hoffentlich auch bald Sushi. A propos McDonalds: Das ist hier echte Luxusware, denn es gibt diese ganzen kleinen Burger wie Cheeseburger oder Chicken Burger hier nicht. Nur die großen, teuren und das bevorzugt als Menü. Ramen hingegen gibt es schon ab 300 ¥ (also ganz grob gerechnen z.Z. 3 Euro) und das füllt für den ganzen Tag. Dazu gibts kostenlos kaltes Wasser, denn es war recht scharf und heiß und bei den Temperaturen ein wirklich guter Service. Wir saßen in einer Ecke des Restaurants, die wie alle Essbereiche dort traditionell erhöht waren. Was natürlich bedeutet, dass man die Schuhe auszieht und dann am Tisch Platz nimmt. Die Rechnung kam gleich mit zum Essen dazu und wird dann beim hinausgehen vorn an der Kasse abgegeben, um zu bezahlen.

Genug von Knabbereien, weiter im Tagesablauf. Zum Glück hat unsere Tauschfamilie den Busfahrplan zu Hause und wir brauchten nicht ewig in der Hitze auf den ersten Bus warten. Hier in Japan steigt man hinten in den Bus ein und vorne zum Bezahlen wieder aus. Die knapp 30 min. lange Fahrt ist sehr schön, denn wir fahren auf einer Brücke entlang des Randes von Fukuoka. Bei jeder Benutzung muss man Maut für die Brückenbenutzung bezahlen, daher sind unsere Fahrtkosten von Daheim zur Schule auch 300 ¥ teuer. Man bezahlt auch nicht pro Wegstrecke sondern pro Busbenutzung (zusätzlich zu den Tarifzonen). Das heißt, es ist ratsam möglichst nicht umzusteigen, da man sonst wieder den vollen Preis bezahlen müsste. Jedenfalls zieht man beim Einsteigen ein Ticket, auf dem steht, wo man eingestiegen ist. Alternativ dazu kann man seine Buskarte (oder in unserem Fall die Nimoca, dazu später mehr) über einen IC Scanner, also ein Induktionsscanner für Karten, wie bei einer Mensa, halten. Beim Aussteigen wirft man das Ticket, sowie das Geld direkt in den transparenten Schlitz. Die Fahrtkosten sieht man vorne auf einer digitalen Tafel im Bus. Ich hab bei der ersten Fahrt den Fehler gemacht, das Geld in den Wechselgeldschlitz zu stecken (selbe Maschine) und das Wechselgeld rauszunehmen und den Bus zu verlassen. Wie gut, dass der Busfahrer mir nicht hinterherbrüllen konnte, da diese ständig ein Mikrofon für den ganzen Bus am Mund kleben haben. Hätte ich ja ohnehin nicht verstanden.

So ziemlich das erste was ich sah, als ich aus dem Bus ausstieg waren ein haufen Leute, die am wunderschönen, sonnigen Tag mit Regenschirm rumrennen. Japanischer Wahnsinn. Naja, die Leute halten hier scheinbar nicht viel von Mützen und nehmen daher Sonnenschirme mit. Lustig wird es, wenn Leute das selbe auf dem Fahrrad tun und nicht mehr richtig lenken können. Jedoch haben wir bisher noch niemanden zusammenstoßen sehen. Die Schule selbst liegt schön Zentral, umringt von Kombinis ( Verballhornung von convenient store, also kleine Eckgeschäfte, in denen es alles gibt, was man nicht braucht). Das zweite was man sieht (oder eigentlich das, was man nur sieht, wenn man nicht auf Japaner oder den Boden guckt sind Werbeflächen. Rauchenden Japaner sieht man im übrigen nicht, denn öffentliches Rauchen ist verboten (auch in allen Geschäften etc.).

Sowohl im Bus aber vor allem in der Schule wurden wir erst mal von Eskimos begrüßt. Kleiner Scherz, jedoch sind wirklich alle Einrichtungen klimatisiert. Das Bedürfnis nach Kühlung ist tatsächlich schlimmer als man den Japanern nachsagt. Ein gefühlter Unterschied von über 20 °C ist dabei ganz normal. Jedenfalls wurden wir erst mal auf Japanisch begrüßt und nach einigen Schwätzereien folgte dann der Idiotentest, den Alex und ich mit unter 20% absolvierten. Also ganz wie geplant und erwartet :D. Etwas später ging dann die Tenjin Tour los. Tenjin ist das zentrale Viertel in Fukuoka, das Herzstück sozusagen. Schön in gefühlten 40°C Quer durch Tenjin laufen. Trotz der Hitze und den Temperaturschwankungen in den Gebäuden war es sehr schön und es gab viel zu sehen. Wir waren in einem Tempel, einem Schrein, vielen Einkaufsläden und dem Untergrund Fukuokas, der sowohl eine riesige Einkaufsmeile, als auch die Verbindung zu den U-Bahnen darstellt. Natürlich schön klimatisiert. Danach haben wir die Stundenpläne bekommen, (diese Woche Mo-Fr 13-16:15 Uhr) und noch ein wenig auf eigene Faust erkundet, bis wir dann wieder nach Hause gefahren sind. Da die Tauschmama durch ihre Arbeit immer spät nach Hause kommt, haben wir selber nicht so einen Zeitdruck früh daheim zu sein, wie andere japanisch Lernende.

Soviel zu unserem ersten Tag in Japan, bald gibts Infos zu unserem Sprachkampf, der japanischen Allzweckkreditkarte Nimoca und weiteres.
Mata ne.

*Hier Alex*
Jahaaaa das beste kommt immer zum Schluss xD Wie Roger schon sagte, das Haus ist wunderschön. Alles im japanischen Stil eingerichtet. Wir schlafen auf Futons, mit vielen Tatami-Matten und haben Schiebetüren und Fenster aus Papier. Dann konnte die erste Nacht ja auch losgehen. Doch was war das am frühen Morgen? Ein sehr sehr penetrantes Geräusch raubte uns den Schlaf. Diese ekelhaften fetten Käfer, die mit Sicherheit alles und jeden wecken!! Auf sowas hat uns echt keiner vorbereitet. Aber mit der Zeit gewöhnen wir uns immer mehr daran. Ob mir die Viecher in Deutschland fehlen werden? xD Dann gings auf Richtung Asahi Nihongo, unsere Sprachschule. Nachdem wir uns alle auf japanisch vorstellen mussten, war das schwierigste hinter uns gebracht. Der Sprachtest war der absolute Hammer. Im Schreibteil hab ich ganze 12% und im Sprachteile ganze 0% erreicht. YATTA XD Unsern Lehrern war also alles klar. Vor sich hatten sie 2 komplette Idioten, die unfähig waren japanisch zu sprechen xD Das Resultat: Wir wurden in den Anfängerkurs gesteckt. Allerdings waren wir nicht allein. An unserer Seite ist eine Deutsche und 2 Dänen. Wir sind ne echt dufte Truppe und das Lernen mit den anderen macht jede Menge Spaß^^ Nach der Einführungsphase gings mit der gesamten Truppe (ca. 30 Leute) durch Fukuoka. Wir schreiben euch in einem späteren Eintrag ein wenig mehr zu Fukuoka, denn am 7.August ist eine 7-stündige Tour durch die Stadt geplant. Achja, ich hab im übrigen schon ca. 400 Bilder geschossen xD Keine Sorge, die kommen nach und nach noch hier rein.

Nachdem wir Schulschluss hatten, gings mit Roger noch ein wenig auf Erkundungstour durch die Stadt und wir machten eine unglaubliche Entdeckung. Einen Laden namens „Mandarake“, einen Anime/Manga/Merchandize-Laden vom feinsten!!! Ganze 4 Stockwerke waren mit Perücken, Cosplay, Animes, Mangas und jeder Menge Merchandize gefüllt!!! Es war wie im 7. Himmel XDD Jede Altersstufe war in diesem Laden vertreten. Am liebsten hätte ich in dem Laden übernachtet! Am Ende unserer Reise werden wir dem Laden aufjedenfall nochmal einen Besuch abstatten. Ich werde meine letzten Yen dann für eine coole Figur ausgeben XD

Danach gings Richtung japanischer Heimat. Dank Roger’s gutem Orientierungssinn sind wir lebendig bei der Gastmama angekommen. Wenn ich allein in Fukuoka unterwegs gewesen wäre, würde ich jetzt noch immer irgendwo da herum irren XD Bisher weiß ich nur, wie man zu unserer Schule kommt und zurück…der Rest..nunja xD

Guti, das wars erstmal soweit…
PS: Bianka, ich hab n gelben Käfer durch Fukuoka fahren sehen!! xD
Yinx, du kriegst deine Lollis, sobald ich hier endlich mal welche gefunden hab xD
und chrissi, grüß Leipzig von mir und sauf nich soviel xD
achja und liebe Family….uns gehts super hier, macht euch keine Sorgen um uns ^^

Jaa ne
Alex


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4 Gedanken zu “Der erste Tag

  • Mr.S6

    Na die Käfer sind doch sicher Pokemon xD
    Aber sag mal Roger wie war das mit „ich kann etwas japanisch“ 😀 .. aber bei 0% haut das doch wohl doch nich hin! 🙂

    Viel Spaß euch noch!

  • Bornemann, OG a.D.

    Wie kann man im Sprachteil 0% haben und im Scheibstil 12%??? Dann müsste man ja was japanischen geschreben haben… bei 0% sollten man aber nix schreiben können, oder?
    Verwirrend.
    Schön gebloggt, ich lese begeistert mit!
    Bilder wären natürlch auch super, wenn ihr das bald hinkriegt 😉

  • Naprecks

    Sollte jemand wissen, wie diese blöden Käfer heißen, schreibt es bitte in die Kommentare.

    Sind das vielleicht Zikaden? So was hier http://www.youtube.com/watch?v=t3JM3ZComUU

    Na die Käfer sind doch sicher Pokemon xD

    Die entsprechenden Pokemon, die diese Käfer als Vorbild haben, sind Nincada, Ninjask und Ninjatom. 😛

  • Roger-kun

    XDDD geil

    mhjo sind Zikaden, aber unsere singen anders, ich werd von denen auch nochmal ein Video machen 😀