帰りました – Zurückgekehrt


Schließlich kommen wir am Finale an. Jede Story kommt zu einem Ende, so auch unsere Reise. Gedrückte Stimmung. Tränen flossen. Frauen brachen vor Trauer zusammen. Ganz so schlimm war es nun doch nicht, aber der Abschied fiel schwer. Von Japan und auch von unserer Gastfamilie, die uns so freundlich aufgenommen hat und auch einige Zeit mit uns verbrachte. Und auch unser Team löste sich auf. Alex ging zurück nach Niigata, um ihre letzte Zeit in Japan zu genießen. Meine Zeit war bereits gekommen, ich musste das gelobte Land verlassen und würde nach Deutschland zurückkehren. Unser Gastvater war so nett und hat mich vor seiner Arbeit direkt zum Bahnhof gefahren. Für diesen Weg hätte ich 40 Minuten zu Fuß gebaucht. Mein Flug ging von Ōsaka, weswegen ich in Kyōto noch einmal umsteigen musste. Als ich nach etwa einer Stunde in Ōsaka ankam, versuchte ich meinen Weg zum Flughafen zu finden. Und da geschah es, dass ich während meines Aufenhalts den ersten Blinden sah. Trotz dass japanische Städte sehr blindenfreundlich gebaut wurden (jedenfalls behaupte ich das, selbst nachvollziehen kann ich es natürlich nicht), hielt sich der blinde Mann nicht an die Gehwegleitrillen im Boden und kollidierte mit dem Fuß eines anderen und mit am Wegrand stehenden Mülltonnen. Ich irrte durch den Bahnhof und fand schließlich ein Schild, dass mich sehr zu meiner Verwunderung nach 10 Minuten Fußweg aus dem Bahnhof leitete, mitten in einen Flohmarkt. Nach ein paar Minuten total Verwirrung kehrte ich um und studierte das Schild noch länger. Nach einem Wettbewerb im Tod starren offenbarte mir das Schild schließlich einen Trennstrich, den ich zuvor gekonnt übersah. Ich hätte direkt nach dem Aussteigen aus dem Zug in die entgegen gesetzte Richtung laufen sollen.

Endlich am Flughafen angekommen herrschte das totale Chaos … für mich jedenfalls. Ich war mir nicht sicher, ob ich zur Nord- oder Südhälfte des Flughafens musste. Inlandsflüge, Auslandsflüge, Transferflüge, nirgendwo eine Info, von wo aus mein Flug geht. Ich habe den richtigen Bereich dann doch nach 15 Minuten gefunden, doch schon stellte sich mir die nächste Frage … wo gibt’s das Ticket? Ich stellte mich bei der Airline an und wartete. Eine nette Flughafenangestellte kam kurze Zeit später zu mir und meinte, wenn ich weiter fliege (also einen internationalen Flug danach wahrnehme) kann ich zu Schalter 13 gehen. Jackpot! Da stand niemand außer einem Australier und ich war quasi sofort an der Reihe. Endlich wieder etwas Zeit gut gemacht! Vorbei an der Sicherheitskontrolle (dieses Mal ohne Geruchsprobe) wurde ich von Fernsehern über Schuhcreme belehrt. Im Flieger kam eine Dokumentation über einen Dänen, der Messer liebt, sie nach japanischer Tradition herstellt und in Ōsaka lebt. Tja, die coolsten Reiseziele bekommt man immer erst nach der Reise mit :D. Von Ōsaka ging es nach Tōkyō und dort angekommen stellte sich schon der Hunger ein. Ich überlegte wirklich eine Weile, wie ich die letzte Stunde in Japan am besten zelebriere.

Was könnte besser sein als das Gericht, was ich hier so lieben gelernt habe? Ab gings zum kleinen Restaurant und direkt eine Portion Curry bestellt! Die warme, leicht feurige Speise breitete sich in meinem Bauch aus und ich betrat den Flieger.

Wow! Ein Doppelstockflieger. Ein riesiger Airbus (oder wars ne Boeing?) mit zwei Etagen erwartete mich. Ich hatte Sitzplatz 4A und stellte mich auf enge Sitze ein. Doch ich hatte extremes Glück, quasi ein letztes Abschiedsgeschenk von Japan. Ich ergatterte einen Platz direkt hinter der Premium Economy Class (womit man Leuten alles Geld aus der Tasche ziehen kann…) und hatte durch die Bauart bedingt mehr Fußraum als die Premium Economy Mitflieger. Ääätsch! In der Tat, so viel Freiraum für meine Beine hatte ich noch nie in einem Flugzeug, ich konnte sogar meine Zehen sehen!! Wie bei Lufthansa scheinbar üblich wurde ich von einer riesigen Filmauswahl begrüßt. Ich schaute mir zu erst Last Samurai in Originalsprache an und meine Augen bekamen Gänsehaut. Der Film selbst ist schon sehr atmosphärisch gehalten, doch in Originalvertonung kommt alles noch viel besser zur Geltung, besonders die japanischen Abschnitte. Whoaa. Dieses Mal gab es kein Sushi zum Mittagstisch, aber dafür Katsu Curry! Knusperschnitzel mit Reis und Curry, Japan muss mich lieben! Um weiterhin in der japanischen Stimmung zu bleiben, schaute ich mir eine japanische Sendung über regionale Besonderheiten an. Es kam eine Sendung über Hokkaido, die Lavendel-Softeis vorstellte. Das nächste Ziel steht! Nun brauchte ich doch Abwechslung und habe mir einen zum damaligen Zeitpunkt recht neuen Film „The Revenant“ angeschaut, für den Leonardo DiCaprio endlich seinen ersten Oscar erhielt. Der Film ist echt derb blutig, hätte ich nicht gedacht. Dann wurde es Zeit für einen Klassiker: Golden Eye. Als ich spätestens in der Mitte gemerkt habe, dass er geschnitten war und die ganzen Erotikszenen mit Xenia komplett fehlten, machte ich das Teil aus. WTF eh!? Ich kam schließlich doch irgendwann in Frankfurt angekommen und weiter nach Dresden geflogen. Ich passierte bei dieser Rückreise drei Sicherheitskontrollen, die letzte (in Frankfurt) sogar mit Ganzkörperscanner, auch seit den letzten paar Jahren unter dem Namen Nacktscanner bekannt. Mir doch egal ob sie mein Hüftgold gesehen haben!

 

 

Tja, das war es für dieses Jahr, ich hoffe der Ausflug hat euch einige neue Dinge verraten und euch Japan ein Stückchen näher gebracht. 

 

次回まで、

アレックス と ロジャー

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.